Festliche Gründungsfeier des Fördervereins Basilika-Orgel Seligenstadt e.V. am 15. Mai 2022


Das Projekt startet mit einem Kapital von 150.000 Euro


Kurzweilig und humorvoll ging die Gründungsfeier des neuen Fördervereins Basilika-Orgel Seligenstadt e.V. über die Bühne. Der Vorsitzende Dr. Axel-Johannes Korb begrüßte in einer sonnendurchfluteten Basilika zunächst die zahlreichen Besucher und die Ehrengäste aus der Politik, allen voran den Sprecher der hessischen Landesregierung Michael Bußer, Stadtverordnetenvorsteher Dr. Richard Georgi, Bürgermeister Dr. Daniell Bastian und Ersten Stadtrat Michael Gerheim. Auch Diözesankirchenmusikdirektor Lutz Brenner hatte sich eingefunden. Landrat Oliver Quilling ließ Grüße übermitteln.


In seinem Grußwort im Namen des Schirmherrn Ministerpräsident Volker Bouffier betonte Regierungssprecher Michael Bußer die Notwendigkeit einer hervorragenden Orgel für die über die Grenzen Hessens bekannte Seligenstädter Einhardbasilika und wünschte dem Verein viel Kraft, Ausdauer, viele Spender und Unterstützer. Diözesankirchenmusikdirektor Lutz Brenner überbrachte die Glück- und Segenswünsche des Mainzer Bischofs Dr. Peter Kohlgraf, hielt einen beeindruckenden Vortrag über die Orgelgeschichte in der Basilika und zeigte den desolaten Zustand des gegenwärtigen Instruments auf: „Wenn es so weitergeht, wird die Orgel in ein paar Jahren nicht mehr spielbar sein.“


Über Facebook, Instagram und YouTube wolle der Verein sein Projekt weit über die Grenzen Seligenstadts hinaus bekannt machen, so die Stellvertretende Vorsitzende Silke Göbel, die aber ebenfalls ihre Dankbarkeit für die hervorragende Zusammenarbeit mit der örtlichen Presse zum Ausdruck brachte. Göbel betonte, was es heiße, eine persönliche Verbindung mit der Orgel zu haben. Viele könnten eine Geschichte schreiben, welche sie mit dem Klang der Orgel in der Basilika verbindet. Und wenn ein junger Messdiener sage, „ohne die Orgel ist der Gottesdienst nur halb so feierlich – ich gebe einen Teil meines Taschengeldes dazu“, dann könne das für jeden Bürger der Stadt Vorbild und Ansporn sein.

Schatzmeisterin Yvonne Hutzler konnte den bereits jetzt großen Erfolg eines Startkapitals von rund 150.000 Euro verkünden, bestehend vor allem aus einer Zuwendung aus dem Nachlass Pfarrer Dieter Ludwigs, einer Spende des Unternehmers Karl Wolf und einer Spende des Chores an der Basilika. Dieser Betrag, so Hutzler, sei ein wesentlicher Grundstock für den ersten Bauabschnitt einer Chororgel im nördlichen Querhaus, deren Bauauftrag noch in diesem Jahr vergeben werden solle. Im Jahr 2025 feiere man das Jubiläum 100 Jahre Basilika Minor: „Es ist unser Ziel, zu diesem Jubiläum die Chororgel weihen zu können“.

Nun beginnt die Spendenaktion für die Chor- und Hauptorgel. Im Zuge der neuen Hauptorgel soll auch die Lichtachse zur Rosette im Westwerk über dem Hauptportal freigelegt werden, sodass endlich auch die Abendsonne den Raum erstrahlen lässt. Musikalisch wurde die Gründungsfeier von den Solisten der Mainphilharmonie unter der Leitung von Regionalkantor Felix Ponizy mit Musik von Antonio Vivaldi gestaltet. Schon zuvor im feierlichen österlichen Hochamt unter der Leitung Pfarrer Stefan Selzers erbat die Gemeinde den Segen für das Projekt. Der Förderverein ist sich der Bedeutung und Größe des Projekts bewusst und bittet um zahlreiche Unterstützer, damit auch weiterhin Orgelmusik in der Basilika erklingen kann.

Das Foto zeigt von links nach rechts: Yvonne Hutzler, Silke Göbel, Regierungssprecher Michael Bußer, Dr. Axel-Johannes Korb, Diözesankirchenmusikdirektor Lutz Brenner, Regionalkantor Felix Ponizy, Pfarrer Stefan Selzer





Grußwort des Schirmherrn und Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein

Die Orgelmusik, die einen Kirchenraum erfüllt, berührt diejenigen, die sie hören. Sie begleitet die Menschen, die etwas Gemeinsames verbindet, und bietet ihnen eine Heimat. Ich freue mich, dass sich in Seligenstadt ein Kreis engagierter Bürgerinnen und Bürger zusammengefunden hat, um die Einhardbasilika mit einer neuen Orgel auszustatten. Die Kirche ist ein Zentrum nicht nur des religiösen, sondern auch des sozialen und kulturellen Lebens einer Stadt. Mit ihrer Bedeutung, die sie für die Menschen hat, und mit ihrer aktiven Rolle, die sie im Leben spielt, ist sie ein wesentlicher Teil ihrer Umgebung. Sie steht nicht jenseits oder außerhalb der Gesellschaft, sondern sie gehört dazu. Das gilt für alle Kirchen. 

Es gilt in besonderer Weise für die Einhardbasilika, in der sich ein Stück der europäischen Geschichte und Kultur verkörpert. Seligenstadt steht in der Reihe der hessischen Städte, die von einer langen, beeindruckenden und reichen Tradition geprägt sind. Die Vergangenheit ist hier sichtbarer Teil des Stadtbildes. Orgelmusik während oder auch außerhalb des Gottesdienstes ist ein Teil unserer Kultur. Die Organistinnen und Organisten drücken ihre schöpferischen Kräfte wie auch die der Komponisten aus, deren Werke sie spielen. Sie bringen den Hörern damit ein Stück Menschlichkeit nahe. Den Förderverein Basilika-Orgel Seligenstadt e.V. begleiten meine besten Wünsche auf dem Weg zu seinem Ziel.